Zur Themenauswahl Über den Schelm Netzwerk Rauchen
Druckvorlagen Was tun? Kontakt
Kärtchenaktion Zu den Quellenangaben Links

Raucher sterben früher!
Rauchfrei, gesund und glücklich?


»Rauchen schadet Ihrer Gesundheit«: eine Binsenweisheit, die allgemein bekannt ist und von nahezu jedem akzeptiert wird. Stimmt es aber wirklich, dass wir Raucher, würden wir nur mit dem Rauchen aufhören, dann auch gesünder bleiben und länger leben würden? Immerhin gab es schon genügend andere Fälle, in denen hat es die Menschen eben nicht gesünder gemacht, wenn sie gläubig taten, was gerade als »gesundheitsfördernd« in aller Munde war. Denn die Wissenschaft hat dabei schon so manchen Irrweg eingeschlagen.

Das kann selbstverständlich auch das Rauchen betreffen.

Sie finden diesen Satz ketzerisch? Wissenschaft sollte aber immer die unvoreingenommene Suche nach der Wahrheit sein. Sonst verhält sie sich wie der Mann aus dem Witz, der seinen Schlüssel unter der hellen Straßenlaterne leichter zu finden glaubt, obwohl er ihn dort gar nicht verloren hat.

Der Mensch als Ganzes ist mehr als nur die Summe seiner als »Einzelteile« betrachteten Organe und eine Antwort auf die Frage, was Sie gesund erhalten wird, gar nicht so einfach. Stoffe zu vermeiden, von denen Sie befürchten, krank zu werden, kann nicht falsch sein. Andererseits zeigt sich daran, dass Kinder, die in sehr hygienischen Verhältnissen aufwachsen, besonders häufig an Allergien und Asthma* leiden, dass zu wenig Kontakt mit schädlichen Stoffen auch schaden kann.

USA: Weniger Rauch - mehr Kranke

Die USA gelten beim Kampf gegen das Rauchen als sehr erfolgreich*. Fragt man aber nach der Entwicklung der Lebenserwartung* der Amerikaner oder nach den Kosten des Gesundheitswesens*, erfährt man: Beides, also auch die Gesundheit der US-Bürger, hat sich in den letzten Jahren verschlechtert. Je weniger die Amerikaner rauchten, desto mehr stieg in den USA außerdem der Konsum von Psychopharmaka*. Die Befreiung von der Zigarette hat sie offenbar nicht freier und glücklicher, sondern vielmehr kranker und unglücklicher gemacht.

»Diese gleichzeitige Entwicklung ist nur Zufall!«, behauptet unser Gesundheitspolitiker nun vermutlich. Richtig ist, dass der Schelm natürlich nicht beweisen kann, dass es kein Zufall ist. Aber wenn er in der Zeitung liest, dass
  • unter den optimistischsten Menschen auffallend viele Raucher* sind,
  • unzufriedene und unglückliche Menschen leichter krank werden* und
  • Optimisten* länger leben als Pessimisten,
dann fällt ihm ein, dass Fachleute außerdem bestätigen, dass Angst, Stress und Schuldgefühle krank machen können*.

Genau diese Mittel werden aber ganz gezielt eingesetzt, wenn es darum geht, Raucher zum Nichtrauchen zu bekehren.

Neben dem bekannten Placebo-Effekt, der bewirkt, dass auch unwirksame Medikamente oft helfen, wenn der Patient an eine heilende Wirkung glaubt, ist auch der umgekehrte Effekt, Nocebo-Effekt* genannt, in die Diskussion gelangt. Damit wurde das Phänomen benannt, dass ständige Warnungen vor einer Krankheit ebenfalls krank machen können. Es ergibt also durchaus einen Sinn, zu vermuten, dass der Kreuzzug gegen den Tabak der Gesundheit der Amerikaner mehr geschadet als genützt hat.

Die Erkenntnisse von heute ...

... sind bekanntlich oft die »großen Irrtümer« von morgen. In Wirklichkeit hat die Medizin noch sehr wenig von dem verstanden, was im menschlichen Körper abläuft, wenn jemand krank wird. Was sie messen kann, das sind Zusammenhänge, aber nicht, was dabei die Krankheit eigentlich auslöst. Wenn diese Mechanismen erst einmal entschlüsselt sind, wird die Medizin vermutlich über die Anstrengungen unserer Tage, Millionen von Rauchern umzuerziehen, ebenso ungläubig den Kopf schütteln wie über die vermeintlich »wissenschaftlich erwiesenen« Zahlen zum angeblichen Ausmaß der Gesundheitsgefahr durch das Rauchen, die heute von jeder Zeitung, jeder Nachrichtensendung und jedem Provinzpolitiker dahergebetet werden.

140.000 Menschen pro Jahr sollen es zum Beispiel sein, deren Tod das Rauchen verschuldet - obwohl es noch in keinem einzigen Fall gelungen ist, zu beweisen, dass jemand tatsächlich am Rauchen gestorben ist. Der Schelm hat lange suchen müssen, um herauszufinden, wie die Wissenschaftler überhaupt auf diese Zahl 140.000 gekommen sind. Seine wichtigste Entdeckung: In Wirklichkeit wissen sie nicht einmal, wie viele der in Deutschland Verstorbenen überhaupt Raucher gewesen sind. Was sie wissen, ist folgendes: 1) der Anteil der Raucher an der Bevölkerung, 2) die Zahl der Toten pro Jahr, auf deren Totenschein eine bestimmte Krankheit angegeben war, und 3) das sogenannte »relative Risiko« (siehe Kasten) von Rauchern
»Relatives Risiko« ...

... ist ein Fachbegriff aus der Epidemiologie, der in unserem Fall ausdrückt, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Rauchers, an einer bestimmten Krankheit zu sterben, im Vergleich zu einem Nichtraucher ist. Das den angeblichen Todesopfern durch das Rauchen zugrunde liegende »relative Risiko« wurde in den USA anhand von dortigen Patientendaten berechnet, und zwar schon vor 20 bis 30 Jahren*. Niemand hat jemals überprüft, ob in Deutschland wirklich als Ergebnis dasselbe relative Risiko herauskäme. Genauso wenig ist bekannt, ob sich bei einer neuen Studie in den USA wieder dieselben relativen Risiken ergeben würden. Dennoch ist seit Jahr und Tag genau dies die Grundlage der geschätzten Zahl von Todesfällen, die auf das Rauchen zurückgeführt werden.
für bestimmte Krankheiten. Also berechnet man kurzerhand, wie viele von allen Verstorbenen an einer Krankheit bei einem bestimmten relativen Risiko Raucher gewesen sein müssten, zählt sie alle zusammen, und, simsalabim: Schon haben wir 140.000 tote Raucher pro Jahr als angeblich hieb- und stichfest bewiesene Größe. Und da eine Gegenprobe, wie gesagt, nicht möglich ist, steht diese Zahl bis heute unwidersprochen im Raum.

Für manche Krankheiten gibt es in Deutschland wenigstens recht genaue Schätzzahlen, zum Beispiel für den Lungenkrebs. Vergleicht man diese Zahlen mit dem, was sich aus dem »relativen Risikos« für Raucher ergibt, passt da vieles nicht so richtig zusammen. Ein schönes Thema ist das sicher nicht. Dennoch wird der Schelm Ihnen noch berichten, was er darüber herausgefunden hat. Dazu muss er Sie aber aus Platzgründen auf eine eigene Ausgabe vertrösten.

Ein ungeschriebenes Gesetz

Es ist Mode geworden, das Rauchen für alle möglichen Krankheiten vom Fußpilz aufwärts verantwortlich zu machen, während gleichzeitig ein ungeschriebenes Medizinergesetz lautet: »An der Krankheit eines Rauchers ist immer das Rauchen schuld!« Wenn behauptet wird, jemand sei wegen des Rauchens krank geworden, kann der Schelm als Laie nur die Glaubwürdigkeit der Leute beurteilen, die das behaupten: Hat in anderen Fällen gestimmt, was sie sagten? Denn manchmal erkennt man leicht, dass an dem, was der Arzt sagt, irgend etwas nicht stimmen kann. So ging es dem Patienten in folgendem (nicht erfundenen) Beispiel:

Ein Mann leistet im Schichtdienst schwere körperliche Arbeit. Weil besonders pflichtbewusst, schleppt er sich einmal sogar mit einer schweren Grippe noch zur Arbeit, und das bekommt ihm schlecht. Am Ende landet er im Krankenhaus. Das Herz, stellen die Ärzte dort fest. Kein Wunder, oder?

Die Ärzte interessieren sich aber gar nicht für die Vorgeschichte. Erst als sie erfahren, dass der Mann außerdem auch noch raucht, merken sie auf: Ein Raucher mit Herzbeschwerden, aha! Untersuchungen und Behandlungen werden angeordnet - und zwar genau so, dass es für einen Raucher passt, der wegen des Rauchens krank geworden ist. Andere, eigentlich viel näher liegende Untersuchungen werden verschoben oder gar nicht gemacht. Zum Glück kann man im Fall einer durch Grippeviren verursachten Herzmuskelentzündung nicht viel falsch machen, und so wurde der Patient wieder gesund. Das ist aber nicht der Mühe zu verdanken, die man sich mit der vergeblichen Suche nach dem Beweis dafür gemacht hat, das Rauchen sei es gewesen, was ihn krank gemacht habe.

Blinder Eifer dieser Art hat in der Medizin nichts zu suchen, und genauso wenig in der Wissenschaft. Normalerweise muss man das niemandem extra sagen, aber beim Thema Rauchen wird es allmählich nötig. Wenn ein Wissenschaftler Fragen wie »Hat das Rauchen vielleicht auch positive Wirkungen, wenn so viele Raucher darauf nicht verzichten wollen?« nicht mehr stellen* kann, ohne damit seine Karriere zu riskieren, geht es um eines nicht mehr: Um unser Wohlergehen.

Täglich halten Politiker uns vor, wir müssten eigenverantwortlicher werden. Wenn es um unsere Entscheidung für das Rauchen geht, soll das aber auf einmal nicht mehr gelten. Der Schelm will Ihnen nichts vormachen: Es könnte wirklich sein, dass das Rauchen Sie eines Tages krank macht, also gehen Sie damit natürlich ein Risiko ein. Aber ob das geschieht oder nicht, ja: ob Sie vielleicht sogar krank werden, weil Sie mit dem Rauchen aufhören*, kann niemand Ihnen sicher voraussagen.

Weiterrauchen - oder doch lieber aufhören? Diese Entscheidung würden manche Leute Ihnen am liebsten aus der Hand nehmen. Angeblich zu Ihrem Besten, aber falls es sich als falsch erweist, sind Sie es, der den Schaden hat - ein guter Grund, um Ihre Entscheidungsfreiheit auch gegen gutgemeinte Angriffe zu verteidigen.
 

* Zu den Quellenangaben dieses Artikels
 


Was tun?



Zurück zum Seitenanfang

Sie können obigen Artikel in Form eines Faltblatts herunterladen: Zu den Druckvorlagen

Voriges Thema · Zur Themenauswahl · Nächstes Thema