Was da unter dem Fähnlein des "Nichtraucherschutzes" angeritten kommt, ist ein gezielter Angriff auf die gewachsene Kultur. Und Kultur ist nicht das, was Herr Beckstein oder sonst ein x-beliebiger Politiker als solche definiert, sondern die "Gesamtheit der typischen Lebensformen größerer Gruppen" - so steht das im Lexikon.
Zu den typischen Lebensformen gehört in Deutschland die Gemütlichkeit. Und deren Inbegriff ist für viele die Feierabendkneipe, und da wird typischerweise geraucht. Das soll nun plötzlich so gefährlich sein und muss deshalb verboten werden?
Nun lösen sich reihenweise Stammtische auf, weil keine Gemütlichkeit mehr aufkommt, wenn die Raucher dauernd rausgehen oder gleich ganz daheimbleiben. Doch die Politik wiegelt ab. Ein Schelm, wer denkt, man wolle es uns allen mit voller Absicht ungemütlich machen.
Muss man eigentlich noch ein Wort über jene Passivrauch-Studie des DKFZ von 2005 ein Wort verlieren? Eigentlich nicht, denn selbst Politiker, die weitere Rauchverbote fordern, vermeiden es inzwischen durchweg, sich auf diese geradezu unterirdisch schlechte Ausarbeitung zu berufen. Aber, meint Lothar Binding (SPD), einer der führenden Verbotspolitiker, ob es 3300 Tote durch Passivrauch seien oder nur einer, sei schließlich egal. Auch wenn es nur einer wäre, sei der schon zuviel und die Rauchverbote damit gerechtfertigt.
Zerschlagung der Stammtische
Da müssen wir uns etwas genauer anschauen, was der Herr Binding da sagt: alles, was in unserem Land Jahrhunderte Tradition hat, kann von einem auf den anderen Tag verboten werden, weil irgendein Labor irgendwo auf der Welt herausgefunden zu haben meint, das sei gefährlich. Niemals, das ganze 19.
Raucher, aufstehen!
Jahrzehnte der Rücksichtnahme haben uns nicht etwa Anerkennung eingebracht, sondern das, was wir jetzt haben: Verbote.
Doch nicht genug damit:
Die Bevormunder sind unersättlich!
Glaubt nicht, ihr könntet sie durch Wegducken "milde stimmen"!
Zeigt Flagge!
und 20. Jahrhundert, hat man derart weitreichende Einschnitte in das Leben der Bevölkerung aufgrund von Laborergebnissen beschlossen. Einleuchtend, warum: das Labor betrachtet nur Einzelaspekte und kann sich irren. Und natürlich können die Ergebnisse manipuliert sein.
Da fragt man sich, wer denn diese Ergebnisse eigentlich gewollt hat? Der Tabak ist mit allen Wirkungen seit 500 Jahren bekannt, und er hat in dieser Zeit wohl eine umfassende Würdigung erfahren. Die Vorhaben der Moderne sind ausnahmslos an rauchenden Stammtischen beschlossen worden, ob es Vereine, Parteien oder Bürgerinitiativen waren, alle haben dort ihren Ursprung. Wo Raucher sind, da hat die Welt ein Versprechen, und unter anderem deswegen zählte der Tabak immer zu den erlaubten Genussmitteln. Und noch in einer zweiten Hinsicht ist der Rauch offensichtlich nützlich gewesen: er hat diejenigen vom Stammtisch ferngehalten, die sich heute als Verbotspolitiker nicht nur beim Rauchen in den Vordergrund spielen. Angesichts der Weltfremdheit, die die Forderungen der Tabakverächter auszeichnet, ist es leicht einzusehen, dass deren Fernbleiben zum Gelingen so mancher Vorhaben ganz besonders beigetragen hat.
Fragen ohne Antworten
Das gilt alleine schon deshalb, weil diese Leute entweder nicht rechnen können oder jeder von ihnen seine eigenen Zahlen erfindet. Man bekommt im Vorbeigehen derzeit andauernd irgendwelche Zahlen über das Rauchen um die Ohren gehauen, etwa, um wie viel Jahre ein Raucher angeblich kürzer lebt. Mal sind es fünf, mal zehn, mal 15 Jahre, in den USA sind es jetzt schon 20 und 25. Mal sind es 40.000 Tote, die das Rauchen pro Jahr verursachen sollte, mal 110.000, mal 140.000. Man behauptet also, die Leute seien so dumm, dass sie eine regelrechte Epidemie in ihrer Mitte nicht bemerken, denn jeder müsste dann ja in seinem Bekanntenkreis jährlich mindestens ein oder zwei Todesfälle haben, an denen das Rauchen schuld gewesen ist.
Wohin kann man sich denn wenden, um über die politischen und medizinischen Aspekte dieses pausenlosen Zahlengetrommels Aufschluss zu erhalten, wenn man wissen will, wie denn der Tabak jedes Jahr eine komplette Stadt in der Größe von Ulm oder Potsdam auslöschen soll - ganz unbemerkt, da ja niemand in seiner eigenen Umgebung Hinweise auf eine Seuche dieser Größenordnung erkennen kann, ja, im Gegenteil, die Lebenserwartung höher ist denn je und weiterhin steigt? Wenn man erfahren möchte, wie es so lange unbemerkt bleiben konnte, dass die Raucher auch ihre nichtrauchenden Kollegen, Familienangehörigen, Freunde massenhaft ins Grab bringen? Da ist eine restlos überforderte Drogenbeauftragte, die sich für unzuständig erklärt und meint, man solle die Tabakkontrolle fragen. Die Tabakkontrolle ist ein von der WHO mit zehn Milliarden Dollar Jahresbudget ausgestattetes Ressort, welches aus diesem Geld allerdings weltweit keinen einzige Person beschäftigt, der man ein paar Fragen stellen kann, die ihr nicht ins Konzept passen. Die zehn Milliarden werden dafür verwendet, nur ja keine Zweifel an der angeblichen "weltweiten Tabakepidemie" aufkommen zu lassen.
Die schleichende Unterdrückung
Das ist ja der eigentliche Skandal, dass wir diesen Dingen hinterherlaufen müssen. Ein Staat der seine Bürger ernst nimmt, hätte die Herleitung all der Tatsachen, die angeblich "erwiesen" sind, auf einer Internetseite zusammengestellt und transparent gemacht. Dass dies nicht stattfindet, lässt darauf schließen, dass hier nicht informiert, sondern eine Massenhysterie vom Zaun gebrochen werden soll, verbunden mit einer massiven Diffamierungskampagne gegen alle, die nicht bereit sind, im Gleichschritt der neuen Zeit zu gehen.
Die Erfahrung von 500 Jahren mit dem Genussmittel Tabak soll nun also mit einem Schlag beiseite gewischt werden, weil irgend ein Laborinsasse eine Gefährlichkeit erkannt haben will, die Katastrophenalarm auf der ganzen Welt und auch bei uns rechtfertigen soll? Das ist nicht nur ein Angriff auf die bürgerlichen Rechte, die den demokratischen Staat ausmachen, das geht noch eine Stufe darüber hinaus: die Umstände der eigenen Lebensführung selbst bestimmen zu dürfen, ist das, was die Moderne vom Mittelalter unterscheidet. Wenn das angegriffen wird, dann sind selbstverständlich auch die Bürgerrechte in Gefahr. Es ist kein Zufall, dass gerade in diesen Tagen das Grundgesetz fast kampflos einem "EU-Vertrag" geopfert werden soll, der viele der im Grundgesetz verbrieften Rechte nicht mehr kennt - und zwar, ohne uns auch nur zu fragen, ob wir das überhaupt so wollen.
Unter solchen Umständen ist mit Sicherheit eines am wenigsten zu erwarten: ein Zugewinn an Freiheit und Mitbestimmung.
[Ignaz]
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