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Raucher verursachen volkswirtschaftlichen Schaden
Rauchen und
Volkswirtschaft -
eine Bilanz


Ein wichtiger Bestandteil der Lügenkampagnen, mit deren Hilfe Raucher aus dem sozialen Leben ausradiert werden sollen, ist die Lüge vom Raucher als "asozialem Mitbürger": Raucher, so heißt es, bekommen wegen ihrer Uneinsichtigkeit schlimme (und teure) Krankheiten, für die Nichtraucher mitbezahlen müssen. Damit, so weiter, verursachen Raucher einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden, unter dem auch die braven Nichtraucher zu leiden haben, die doch gar nichts dafür können. So oder ähnlich liest man das in Veröffentlichungen von Krankenkassen*, von Gesundheitspolitikern* und von Ärzten und Kliniken*. Ein Schelm, der sich jetzt fragt, ob die Ähnlichkeit zwischen den Begriffen "volkswirtschaftlicher Schaden" und "Volksschädling", einem Begriff, der in unseren finstersten Zeiten üblich war, in diesem Zusammenhang wirklich nur ein zufälliges Zusammentreffen ist.

Die Anti-Raucherorganisationen haben es auch in diesem Fall übernommen, laut auszusprechen, was mit solchen vermeintlich sachlich-wissenschaftlichen Pressemeldungen insgeheim verbreitet wird: Dass die Nichtraucher für den Schaden mitbezahlen müssen, den die Raucher anrichten, so sagen sie, das sei doch ungerecht! Selber zahlen sollen die Raucher für ihre Krankheiten. Dann würden auch die Krankenkassenbeiträge endlich wieder sinken. "Volksschädlinge" raus aus der Solidargemeinschaft: So drückt das zwar (noch?) niemand aus, aber darauf soll die Sache hinauslaufen.

Solidargemeinschaft ade

Die Leichtgläubigen, die solche Parolen nachbeten, würden große Augen machen, was für "Erfolge" sie erreichen würden, käme man ihren Wünschen nach: Hat die Solidargemeinschaft erst einmal einer Gruppe ihre Solidarität verweigern dürfen, dann kann man darauf wetten, dass bald weitere "Volksschädlinge" öffentlich an den Pranger gestellt und schließlich ausgestoßen werden, zum Beispiel Dicke. Denn sinken würden die Krankenkassenbeiträge kaum, sondern eher steigen. Und dann neue Sündenböcke zu suchen, wäre viel einfacher, als sich mit dem eigentlichen Grund der explodierenden Gesundheitskosten zu befassen, nämlich der Tatsache, dass das Gesundheitssystem zwangsläufig immer teurer wird, je älter die Menschen werden.

Die Gleichung mit den teuren Rauchern und den billigen Nichtrauchern geht ohnehin nicht auf. Berechnet man die Kosten, die dem Gesundheitssystem für einen einzelnen Menschen während seiner gesamten Lebensspanne entstehen, wie es Wissenschaftler in den Niederlanden bereits getan* haben, kommt man im Gegenteil zu dem Ergebnis, dass Nichtraucher für das Gesundheitssystem sogar ein gutes Stück teurer als Raucher sind: Ungefähr 31.000 Euro Differenz kamen bei dieser Berechnung heraus. Auf deutsche Verhältnisse umgerechnet* ergibt sich für Deutschland ein ganz ähnlicher Betrag, nämlich 32.860 Euro, die die Krankenkassen für einen Nichtraucher mehr ausgeben als für einen Raucher.

Längeres Leben, höhere Kosten

Wie das sein kann? Ganz einfach: Die höchsten Krankheitskosten im Leben eines Menschen fallen meistens bei der Krankheit an, an der dieser Mensch am Ende stirbt - egal, wie jung oder alt er da gerade ist. Aber je älter er wird, desto häufiger wird er krank und muss behandelt werden. Und, ganz wichtig: desto eher zieht er sich auch eine Krankheit zu, die nicht zum Tod führt, aber bis ans Lebensende weiterbehandelt werden muss, zum Beispiel Diabetes. Falls es also stimmen sollte, dass Raucher im Durchschnitt acht Jahre früher sterben als Nichtraucher (so behaupten das ja die Mediziner), dann sparen sie dem Gesundheitssystem alleine dadurch schon eine ganze Stange Geld.
Die teure Raucherkrankheit Krebs ...

... ist ein gut erfundenes Märchen. Krebserkrankungen, deren Behandlung bekanntlich besonders kostspielig ist, kommen, statistisch gesehen, bei Rauchern und Nichtrauchern mit gleicher Häufigkeit* vor, auch wenn Raucher beim Lungenkrebs überrepräsentiert sind.


Bei den volkswirtschaftlichen Auswirkungen des Rauchens geht es aber natürlich nicht nur um das Gesundheitssystem. Was ist zum Beispiel mit der Rentenversicherung? Sollten Raucher tatsächlich acht Jahre kürzer leben als Nichtraucher, das lässt sich leicht berechnen, ergeben sich für jeden Nichtraucher im Durchschnitt 112.896 Euro* Mehrkosten im Vergleich zu einem Raucher. Daneben sind Raucher aber auch eine wichtige Einnahmequelle für den Fiskus. Die Tabaksteuereinnahmen betrugen im Jahre 2007* 14,11 Mrd. Euro, hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer auf Tabakwaren* in Höhe von 4,39 Mrd. Euro, zusammen 18,5 Mrd. Euro. Auf einen einzelnen Raucher entfallen davon pro Jahr im Durchschnitt 923,2 Euro, und auf seine Lebenszeit umgerechnet* insgesamt 36.189 Euro.

Rechnen wir die Zahlen aus Gesundheits- und Rentenkassen sowie die gezahlten Steuern zusammen, betragen die durchschnittlichen volkswirtschaftlichen Mehrkosten eines Nichtrauchers gegenüber einem Raucher immerhin schon 181.945 Euro.

Zigarettenpausen als Produktionsausfall?

Ja, aber ...!, widerspricht ein Gesundheitspolitiker, rückt seine Brille zurecht und blickt uns streng an. So können Sie das doch nicht rechnen! Denn durch Raucher entstehen ja nicht nur Krankheitskosten, sondern die Volkswirtschaft muss auch den Schaden durch höhere Arbeitsausfälle verkraften! Gar nicht zu reden von dem Produktionsausfall durch die Zigarettenpausen!

Merken Sie was? Jetzt werden wir also nicht nur "Volks-", sondern auch noch als "Firmenschädlinge", als Schmarotzer auf Kosten unserer nichtrauchenden Kollegen hingestellt. Ist es aber tatsächlich so einfach, dass unsere Arbeitgeber uns nur rausschmeißen und stattdessen Nichtraucher einstellen müssten, um viel mehr Geld zu verdienen, weil ihre Mitarbeiter dann weniger Pausen machen? Ob man nun eine Zigarettenpause macht, in der Teeküche einen Kamillentee brüht, auf dem Flur tratscht oder private E-Mails schreibt: Dass die "inoffiziellen" Pausen der Nichtraucher kürzer ausfallen als die der Raucher, darf bezweifelt werden. Firmen, die sich einbilden, durch das Eliminieren dieser Art von Arbeitspausen Geld sparen zu können, befinden sich außerdem nachweislich auf dem Holzweg: Seit es Mode geworden ist, eine Arbeitsleistung, wie sie bei ununterbrochener konzentrierter Arbeit theoretisch möglich wäre, von den Mitarbeitern tatsächlich zu verlangen, werden immer mehr von ihnen durch die Arbeit krank*: Bis zu 60 Prozent aller versäumten Arbeitstage gelten inzwischen als stressbedingt und machen den lebensfremden Rationalisierern am Ende einen dicken Strich durch die Einsparungs-Rechnung.

Kosten für Arbeitsausfälle

Und was ist nun mit den häufigeren Arbeitsausfällen der Raucher durch Krankheit? Setzen wir um des lieben Friedens willen hier einmal voraus, die gäbe es tatsächlich - obwohl der Schelm sich mit dieser speziellen Milchmädchenrechnung noch in einer eigenen Ausgabe befassen wird, denn auch bei dieser Behauptung wurde kräftig gemogelt.

Raucher sollen - so eine Studie* - durch Krankheitskosten und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle einschließlich Frührente jährlich Kosten in Höhe von 20 Mrd. Euro verursachen. Die Krankheitskosten können wir von diesem Betrag wieder abziehen, denn die haben wir in unserer Rechnung oben ja längst berücksichtigt. Bleiben 12,4 Mrd. Euro, die angeblich durch Arbeitsausfälle und Frührente von Rauchern pro Jahr verursacht werden sollen. Umgerechnet auf einen einzelnen Raucher würden sich daraus pro Jahr Kosten von 612,67 Euro* ergeben, und in einem ganzen Arbeitsleben von 45 Jahren wären es 27.570,15 Euro.

Ergebnis für die Volkswirtschaft, wenn dieser Betrag in unsere Rechnung einbezogen wird: Der Nichtraucher kostet, über die ganze Lebenszeit gerechnet, "nur" noch 154.374,85 Euro mehr als der Raucher.

Einen Faktor hat der Schelm in seiner Rechnung noch gar nicht berücksichtigt: die Pflegeversicherung: Falls Nichtraucher im Durchschnitt nämlich wirklich acht Jahre länger leben als Raucher, dann sind sie natürlich auch häufiger pflegebedürftig als Raucher. Denn der Anteil der dauerhaft Pflegebedürftigen steigt mit dem Alter: von mehr als zwanzig Prozent im Alter zwischen 80 bis 85 Jahren auf mehr als ein Drittel bei den über 85jährigen. Im Alter von über 90 ist dann schon jeder Zweite ein Pflegefall*.

Man kann es drehen und wenden wie man will: Unsere Beiträge zur Sozialversicherung - Krankenkasse, Rentenversicherung und Pflegeversicherung - fließen zu einem überproportionalen Teil an Nichtraucher, während wir Raucher weniger Leistungen in Anspruch nehmen. Hinzu kommt noch unser Sonderbeitrag als Steuerzahler über die Tabaksteuer. Aus volkswirtschaftlichen Gründen kann also niemandem im Ernst daran gelegen sein, uns das Rauchen abzugewöhnen. Wer das Gegenteil behauptet, der will nur eines: Einen Vorwand finden, um uns noch stärker finanziell zu benachteiligen.
 

* Zu den Quellenangaben dieses Artikels
 


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